teal organization culture

Was ist Teal?

Teal ist ein Begriff, der im Kontext der Organisationsentwicklung zu verstehen ist, und eine Farbenlehre aufgreift, die verschiedene Organisationstypen beschreibt. Wortwörtlich bedeutet „Teal“ „blaugrün“ und ist gemäß der Organisationstheorie u.a. nach Frédéric Laloux die aktuell höchste Entwicklungsstufe einer Organisation. Es gibt an sich keine schlechten oder guten Organisationsformen, da jede ihre jeweiligen Schwächen und Stärken je nach Zweck mit sich bringt. Je nach Kontext und Zeitalter adressiert eine Organisationsform die Bedürfnisse ihrer Stakeholder:innen – darunter Mitarbeiter:innen, Kund:innen und Gesellschaft – effektiver als andere.  

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Hintergrund

Bevor wir Teal als Organisationsform verstehen können, ist es notwendig, auf die Farbenlehre der Organisationsentwicklung näher einzugehen. Je nach Zeitalter der humanen sowie wirtschaftlichen Entwicklung ergaben sich passendere Organisationsformen, um den damaligen Bedarf und Sinn zu erfüllen. Hier sei nochmals betont, dass neuere Organisationsstufen nicht zwingend besser sind als frühere. Eine neue Organisationsform hat sich vielmehr lediglich aus neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dynamiken heraus entwickelt. Diese adressiert eine noch nicht dagewesene Komplexität an Bedürfnissen und „Spielregeln“. 

Die Farbenlehre der Organisationsentwicklung besteht primär aus fünf Farben, die verschiedene Stufen widerspiegeln. Eine Organisationsform konnte sich für ihr Zeitalter so lange bewahren, bis sich eine neue aus den Schwächen des bisherigen Systems entwickelt hatte, um neue und passendere Formen menschlichen Arbeitens abzubilden. Somit können durch das Festhalten einer bewährten Organisationsform Reibungen und Ineffizienzen entstehen sowie die Koexistenz verschiedener Organisationsmodelle evtl. auch innerhalb einer Organisation.

Was ist Teal?

Farbenlehre in der Organisationsentwicklung (Teil 1)

Die erste Stufe wird als „rot“ und tribal wiedergegeben. In dieser Organisationsform gibt es oft einen alleinstehenden Anführer mit hoher und ausnahmsloser Befehlsgewalt. Solch ein (oftmals) Patriarch kann ein Zugehörigkeitsgefühl bieten, das die Untergebenen im Gegenzug durch Loyalität zurückzahlen. Ein Beispiel für eine solche Organisationsform kann das Konstrukt der Mafia sein. Da das System die Macht sehr einseitig verteilt und eventuell sogar missbraucht, ebnete die rote Organisationsform die Weichen für mehr Fokus auf Gruppendynamik.  

Somit entstand “gelb” bzw. traditionell als zweite Organisationsstufe. Es besteht eine Hierarchie, die Stabilität für die einen und Kontrolle für die anderen bietet. Formale Rollen und Prozesse halten diese Organisationsform am Laufen, d.h. „inside-the-box“ wird „outside-the-box“ eher belohnt. Erwartungen und Aufgaben sind klar sowie die vorgegebenen Aufstiegschancen. Ein Beispiel für das gelbe Organisationsmodell kann das Militär sein. Da der Erfolg dieser Organisationsform sehr stark auf den Gruppenzusammenhalt baut, kann sich dies wiederum auf die Agilität auswirken. 

Farbenlehre in der Organisationsentwicklung (Teil 2)

Obwohl die Welt sich weiter und schneller wandelt, finden wir aktuell die folgende Organisationsform als die meist verbreitete, nämlich “orange” bzw. modern. Wettbewerb, Profitstreben und Leistungsorientierung sind gängige Prinzipien für orange Organisationen. Dies führte u.a. dazu, dass viele hohe Ziele mitsamt innovativen und technologischen Fortschritten errungen wurden. Eine Analogie für dieses Organisationskonstrukt ist die einer Maschine. „Immer höher und weiter“ tut jedoch nicht jedem gut – ein egoistisches Verhalten kann der Teamkultur stark schaden, nicht zuletzt auf der gesundheitlichen Ebene der Mitarbeiter:innen.  

Um die „Nebenwirkungen“ des vorangegangenen Systems auszugleichen, entstand der aktuelle gesellschaftliche Fokus auf Nachhaltigkeit und Gesundheit – sowohl die der Organisation, als auch der Individuen. Diese “grüne” und postmoderne Organisationsform baut auf gemeinsame Werte, Engagement und Empowerment, und ist somit der Form einer Familie ähnlich. Die Organisation ist deutlich familiärer, inklusiver und werteorientierter. Jedoch birgt diese wiederum das Risiko, dass Entscheidungen und Prozesse eventuell langsamer fallen, da der Konsens einen höheren Stellenwert einnimmt als schnelle Effizienz. 

Was ist Teal?

Teal als höchste Organisationsform

Die aktuell höchstentwickelte Organisationsform ist Teal (“blaugrün“), versucht, sowohl die Schwächen der bisherigen Systeme zu beheben, als auch näher mit dem Wandel der Zeit mitzugehen (wie Pandemie und New Work). Demnach orientiert sich Teal nach drei Grundprinzipien (hier geht es zu unserer Blogreihe zu Teal) – Selbstorganisation, Ganzheitlichkeit und Evolutionärer Sinn. Solch eine Organisationsform folgt einem höheren Sinn und bleibt in Bewegung, weswegen das Bild eines lebendigen Organismus Teal gut beschreibt.  

Schließlich bleiben die Industriedenker:innen gespannt, wie Teal sich weiter etabliert, wo das Umfeld dies zulässt und Früchte tragen kann, während sich eventuell neue Organisationsformen mit der Zeit weiterentwickeln und entstehen werden. 

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